Irgendwie fühlt es sich wie ein Meilenstein an: Unser Womo ist endlich „fertig“. Hä? Das ist doch ein fertig ausgebautes Womo, war das nicht „fertig“? Wer diese Frage stellt, hat wohl nie ein Reisemobil besessen, denn: Es gibt immer etwas zu tun und zu verbessern! Und für alle Unbescholtenen möchte ich hier festhalten, was wir alles verbessert haben und auch die Gründe warum.
Wir haben uns immer ein größeres Update pro Jahr gegönnt. Wir legen großen Wert darauf, nicht vorschnell zu investieren. Meistens lagen wir goldrichtig damit ersteinmal zu warten. Zum Beispiel schleiche ich seit 6 Jahren um diese praktischen Schwerlastauszüge herum. Endlich mal Ordnung in der Heckgarage wäre toll. Aber sie waren mir zu teuer. Selber machen? Oh, wie aufwendig. Und jetzt? Wir brauchen sie nicht. Wir benötogen Flexibilität in der Garage. Wir nehmen mit, was wir aktuell brauchen. Fahrräder (welche bei uns innen verstaut werden) nehmen wir nur mit, wenn wir sie nutzen. Das SUP? In Norwegen komme ich eh nicht dazu. Tische/Stühle? Nicht bei einem Wochenend-Trip in die Heimat. So würde uns ein Heckauszug einschränken und nerven. Außerdem haben wir nur eine große mit zwei kleinen Euroboxen als Grundzubehör dabei. Keine Ahnung, was andere so noch alles dabei haben müssen, uns reichen diese drei Kisten – selbst für eine längere Reise über 9 Wochen. Kurz gesagt: Manchmal ist es gut abzuwarten, was man wirklich braucht und die tatsächliche Nutzung abzuwarten.
Den Klassiker haben wir sehr schnell einbauen lassen. Jeder Womo-Fahrer kennt den Klassenprimus in Sachen Belüftung der dritten Art… Das haben wir bewusst gleich vom Profi an der Mosel erledigen lassen. Die erste Bohrung im neuen Van tat etwas weh…
Unser erstes großes Update wollten wir sofort erledigen. Nagelneues teures Auto, für uns eine Investition, die wir schützen wollten. Ja ja, es gibt kein absoluten Schutz vor Diebstahl und Einbruch, wir wollten die Wahrscheinlichkeit jedoch gleich zu Beginn reduzieren. Ein paar andere Maßnahmen, wie Prickstop u.ä. kamen dazu. Den ein- oder anderen Tracker ebenso.
Nervig: Das Bluetooth Vernetzungmodul hat uns ständig Probleme bereitet. Der hervorragende Support von Thitronik war ratlos. Obwohl ich mit drei verschiedenen Smartphones getestet habe, funktionierte es nicht. Ich wollte es ausbauen, doch dann… mit dem Phone meiner Partnerin klappte es. Meines nicht, also ließ ich es drin. Dann neues Handy und es funktionierte auch bei mir. Was ich da falsch gemacht habe, weiß ich nicht. Zweiter nerviger Punkt sind die Batterien der Sensoren. Die ersten Tauschbatterien hielten keine 4 Monate. Die neuen Aktuellen sind fast ein Jahr drin.
Gut für uns: Ein sicherers Gefühl. Dieses darf jedoch nicht stärker als ein mulmiges Bauchgefühl bei manchen Plätzen sein. Fühlen wir uns nicht wohl, fahren wir weiter. In der Nähe von südeuropäischen Großstädten sind wir bereits auf Supermarktparkplätzen vorsichtig. Aber da haben die meisten Camper ihre eigenen Rezepte die von „seit 20 Jahren machen wir uns keine Gedanken drüber und es ist nie was passiert“ bis hin zu „trotz Alarmanlage, 24h Superhelden-Livesupport, Panzerglas und Minenfeld um den Van sind wir 3 mal ausgeraubt worden“ ist da alles dabei. Vielleicht hatten wir bisher einfach Glück…
Diesen Luxus wollten wir uns unbedingt gönnen. Wir haben zu Beginn auf Alugasflaschen gesetzt und haben dann festgestellt, dass der Austausch dieser schwieriger ist, da eben nicht überall verfügbar. Viel doofer ist eben der Wechsel im Womo an sich.
Hier ein Zwischenruf an Youtuber und Personen, die immer wieder Kastenwägen, bei denen es eine seitliche Tür zu den Gasflaschen gibt, abstrafen – man müsse ja immer die Garage leer räumen um an die Flaschen zu kommen. Ja, das ist schon richtig (wie oben erwähnt bei uns nicht schlimm)- aber so kommt man gleichzeitig an beide Flaschen! Es wird oft so dargestellt, dass dies ein KO-Kriterium für ein Modell ist. Nope – für den einen passt das trotzdem. Ich hätte jedenfalls nicht gerne immer beide Flaschen herausnehmen wollen, wenn ich an die hintere muss…
Trotzdem machte es keinen Spaß die Dinger zu tauschen. Gerade im Winter, wo sie schnell leer sind. Deshalb Gastankflaschen, von außen befüllbar und weiter geht die Reise. Hier helfen DIMES Gastanksensoren – die den Stand genau erfassen. Wir feiern jede schnelle Befüllung mit einem tiefen Seufzen: Ah, das hat sich gelohnt.
Ich höre bereits die Unkenrufe: Warum keine Diesel-Heizung? Die kurze Antwort: Unser Womo-Modell gab es nur mit Gas. Die lange und komplexere Anwort würde den Rahmen hier sprengen… es sei aber die Anmerkung erlaubt, dass wir es sehr wohl riechen, wenn jemand mit Dieselheizung neben uns steht. Aber dabei hilft machmal auch:
Nach einem Fehlversuch eines DIY Lüfters, konnten wir diesem bekanntesten aller Lüfter nicht widerstehen. Für Spannungssicherheit sorgt ein DC-DC Wandler (Notwendig? Er stört auch nicht..) Ein Venti ist niemals Ersatz für eine echte Klimanlage, aber für die meisten Tage in unserer Klimazone reicht dieser völlig aus.
Nervig: Die Fernbedienung. Die Reichweite reicht gerade so bis ins Fahrerhaus. Die Batterien müssen recht oft getauscht werden. Und, das spricht eigentlich für hilfsbereite Camper, Personen die uns Lichthupe geben, uns überholen und nach oben zeigen oder vom Fahrbahnrad winken und auf unser Heki zeigen. Sie denken oft, dass wir vergessen hätten das Heki zu schließen. Nein, das ist der MaxxFan, der bei Bedarf einfach immer offen bleiben darf. Auch bei Regen. Lieb von Euch uns darauf hinzuweisen, aber alles OK!
Gut für uns: Die Luft von innen nach außen pusten zu lassen ist vor allem für Hundebesitzer sehr praktisch. Als Ersthundbesitzer sind wir erstaunt, wie aktiv doch die Darmflora eines Junghundes ist. Und gegen die Tränen in den Augen hilft der MaxxFan. Und keine Angst: Mittlerweile gibt es kaum noch Flatulenzattacken.
Zu den meist angeklickten Inhalten hier ist die Dokumentation zum Einbau der Trenntoilette. Kurz zusammengefasst: Wir leeren häufiger den Tank, was aber nicht annähernd so schlimm ist. Ein ganz tolles Produkt mit viel Erfindergeist und tollem Support!
Klingt eher nach Wartung und Verschleiß? Stimmt, aber das war ein echter Prozess. Wenn wir schon neue Reifen benötigen, dann bitte auf schönere Felgen. Und wenn man sich damit beschäftigt befindet man sich gefühlt in Glaubenskriegen, gefährlichem Halbwissen, Verleugnern und Personen mit einfach zuviel Geld. Auch hier in aller Kürze: 18 Zoll? Zu teuer und zuviele Nachteile. Ich habe meine Luftdrücke ebenfalls anpassen können. Und soviel ist mir die Optik, dann doch nicht wert. Kommen wir da auch gleich zu „All Terrain“-Reifen. Hier im Besonderen die sehr weit verbreiteten sehr schicken BFGoodrich. Ganz ganz ehrlich Leute: Wieso kauft man Reifen mit solch schlechten Nassfahreigenschaften? Sie verbrauchen mehr, sind lauter- aber eben auch: Sehr cool anzuschauen, oder? Wenn mir jemand ganz offen sagt: „Ist mir egal wie gut sie sind, mir gefallen die am besten“ ist das ein klares Statement, das ich verstehe. Aber gut-reden lassen die sich für mich nicht.
Unsere ersten Allwetter Reifen „Michelin Agilis Camping“ hielten ca. 60.000km. Unsere neuen „Michelin CrossClimate Camping“ jetzt bereits 50.000km. Felgen sind die „Autec Quantro“. Für uns auch ohne weiße Beschriftung ein optische Verbesserung.
Selbst nach 5 Jahren Blei-Gel-Akkus waren diese nicht defekt. Wir merkten, dass die Leistung nachließ, aber wir haben sie dennoch nie tiefenentladen. Obwohl wir auch freistehen, einen Kompressor-Kühlschrank haben und auch diversen elektronische Geräte, haben diese fast gereicht. Ja eben nur fast. Unsere, als Workation geplante, längere Reise mit intensiver Laptop-Nutzung nahm ich zum Anlass die guten alten 170Ah Blei-Gel durch 300Ah Lithium-Ionen Akkus zu tauschen. Wir haben festgestellt, dass wir selten lange stehen, weshalb wir uns einen stärkeren Ladebooster (von 24A auf 50A) gönnten und einen Solarregler für eine mobile Solartasche. Bisher war der Ladestand nie unter 60%. Auf jeden Fall überdimensioniert. Wir haben das ganz bewusst vom Profi erledigen lassen. Viele Bastler unterschätzen m.E. die Gefahr der hohen Ströme im Camper.
Vom Händler wurde uns ein „Kenwood DMX7018DABS“ eingebaut. Ganz bewusst ohne Navi, aber leider ganz unbewusst ohne Lautstärke-Drehknopf. Es tat seinen Dienst, erwärmte sich manchmal seltsam, die Helligkeit war nicht beeindruckend und das Antippen musste oft wiederholt werden. Seit Jahren schielte ich auf Alpine, Zenec und andere Anroid Moniceiver… es hat mich keines echt überzeugt. „Leider“ sah ich dann das „Kenwood DMX9724XDS“. Riesengroßes kontrastreiches Display, für alle möglichen Kameras vorbereitet, modernes Touchdisplay, Wireless CarPlay/Android-Auto – und ein fetter Lautstärkeregler. Ich bin noch dabei alles zu testen. Es gibt sogar eine App „Pitch & Roll“ um das Fahrzeug auszurichten (noch nicht getestet – wäre aber schön). Und der fehlende Zusatz „Camper“ erforderte auch keine Zusatzzahlung.
Unser Bus wurde vorne immer tiefer und härter (… nicht auf coole Art). Also leisteten wir uns vier „Koni Active“ Stoßdämpfer und eine Zweikreis Goldschmitt Zusatzluftfeder hinten. Eine starke Verbesserung. Der Van liegt viel satter auf der Straße und federt angenehm ein. Von hinten ist viel weniger Rumpeln zu hören. Am meisten merken wir den Unterschied beim Kurvenfahren. Diese waren immer irgendwie unsicher und die Neigung war irgendwie nicht kontrolliert. Nun fahren wir viel sicherer besonders bei Autobahnauffahrten.
Und die Keile kommen viel seltener zum Einsatz. Bei Grauwasser-Leerung stellen wir das Womo schief, damit es besser abläuft.
Warum jetzt fertig?
Beginnend bei den Recherchen vor Kauf, Testen von Leih-Wohnmobilen und Lesen unzähliger Beiträge in Foren und Communities wurden wir immer wieder getriggert, in was wir investieren sollen. Wir haderten, wägten ab, schrieben Listen. Was sind Must-haves, was ist bequemer, was sieht einfach schöner aus? Das alles lässt sich jedoch auf eine Frage reduzieren:
Was zahlt tatsächlich auf eine bessere Zeit ein?
Vor Jahren entschieden wir uns, uns dieses Reisemobil zu leisten. Und bis auf Kleinigkeiten wie Fehlkäufe von Gadgets würden wir es genau so wieder machen. Und auch wenn es eine Platitüde ist: Wir investieren lieber in Sein und nicht in Haben. All diese Verbesserungen verschönern unser liebstes Hobby. Diese haben wir jedoch immer priorisiert und Stück für Stück vorgenommen. Hätte es beispielsweise größere Reparaturen gegeben, hätten wir das eine oder das andere weggelassen oder später verbaut. Nun ist meine Liste der Verbesserungen abgearbeitet-ab jetzt gilt „Wartung und Erhalt“. Ach ja: Neue, gute Matratzen wären toll, die sind ja nun wirkich bald durch…
Schlusswort
Direkt vom Händler gab es bereits einige Anbauten: Markise, 100W Solar, Wechselrichter, Zusatzlautsprecher, Zusatz-Aufbaubatterie. Wir haben die Aufkleber entfernt und neu folieren lassen, LED-Lichter vorne, unfassbar viele Magnet-Dingens, Spiegel, Vorhänge, LED Lampen in Schränken, Markisen-Befestigungsmaterial, Grauwasser-Kanister, Subwoofer fürs Radio, Wasserstands-Sensor, BENT Sonnensegel… die Liste ist sehr lang an Gadgets und Kleinkram. Und alle Camper nicken heftig wenn ich sage: Man ist nie fertig. Mit den Zusatzluftfedern endet jedoch die Liste der großen geplanten Investitionen und keine davon würde ich missen wollen.
Wenn Ihr mehr wissen wollt…
Fragen, Richtigstellung, Argumente? Gerne in die Kommentare! Sachliche und höfliche Kommenatre schalte ich immer frei, auch wenn sie nicht meiner Meinung entsprechen!